Perspektive

Das soll so – ein poetischer Abend

27. April, 19:15 Uhr. Musiksaal des Hohenstaufengymnasiums. Fast pünktlich fängt derschulübergreifende Poetry-Slam an, zu dem das HSG eingeladen hatte. Nach meinen Erfolg bei unserem schulinternen Wettbewerb vor gut vier Monaten entschloss ich mich, mein Glück auch bei diesem Wettbewerb zu versuchen. Wie üblich begannen die Moderatoren, dieses Mal waren es sogar drei an der Anzahl, die Regeln zu erklären, bevor es losging. Anfangs begann wieder die jüngere Altersgruppe, bestehend aus den Klassen 5-8. Die erste von zwei Gruppen dieser Altersklasse, die aus drei Fünftklässlerinnen vom HSG und einer Viertklässlerin von der Grundschule Landstuhl bestand, trugen ihre kreativen und vielseitigen Texte vor. Für mich wurde es jedoch erst mit der zweiten Gruppe dieser Altersklasse richtig interessant, denn dort nahmen neben zwei Schülern vom HSG mit Xenia Riexinger (7b) und dem Geschwisterduo Nikola und Oskar Bembenik (8c und 6c) auch Schüler unserer Schule teil. Mit Xenias Text über den Schönheitswahn und der ironischen Beschreibung des Gymnasiallebens durch das Geschwisterpaar stachen unsere Schüler die Konkurrenz aus und freuten sich über den Applaus, welcher entscheidend für das Weiterkommen ist und bei beiden überwältigend ausfiel. Nach etwas längerer Beratung der Moderatoren und einer zweiten Applausrunde wurden schlussendlich in einem engen Rennen Nikola und Oskar zu den Siegern der Gruppe ernannt. Sie traten nun im Finale der Jüngeren gegen die siegreiche Fünftklässlerin aus der ersten Gruppe an. Mit ihrem zweiten Text über das Schreiben einer Klassenarbeit aus der Sicht von Schüler und Lehrerin konnten die Geschwister erneut überzeugen und gewannen den Hauptpreis dieser Gruppe. Nun folgte eine zwanzigminütige Pause und Auftritte der Schulband des HSG, welche ( – wenn das Mikro funktionierte- ) die Zuschauer durch ihre musikalische Darbietung klar überzeugen konnte. Bei mir machte sich die Nervosität nun langsam aber sicher bemerkbar.

20:45 Uhr. Es ging nun mit der ersten Gruppe der älteren Altersklasse weiter. Diese bestand aus einem Neuntklässler, einem Zehntklässler und einem der drei Moderatoren, welcher extra im Regelwerk nachgeschaut hatte, ob seine Teilnahme auch legitim sei. Alle drei Slammer überzeugten mit ihren Texten, doch vor allem der Neuntklässler Ole Fleischhauer schaffte es mit seinen sarkastische Text „Das soll so!“ das Publikum im Sturm erobern. Er stand somit recht eindeutig im Finale. Nun kam es zur letzten Gruppe des Abends. Den Anfang machte Anastasia Riexinger (12), welche mit mir im berühmt berüchtigten Deutsch-LK ist und auch letzten Dezember am Poetry-Slam unserer Schule teilgenommen hatte. Auf ihren Text über die Einfallslosigkeit beim Texteschreiben folgte noch eine freigesprochene und sehr poetische Darbietung des Gitarristen der HSG-Schulband, welcher ebenfalls die zwölfte Klasse besuchte. Und dann war es so weit. Voller Nervosität ging ich auf die Bühne und trug meinen Text „Der Deutsch-LK“ vor. Mein ironischen Text kam sehr gut an, weswegen ich unter tobenden Applaus die Bühne verließ. Zu guter Letzt trat noch eine ehemaliger Schüler vom HSG mit einem eher ruhigen, tiefgründigen Text auf, bevor es zur alles entscheidenden Applausrunde ging. Der fiel bei mir klar am deutlichsten aus und so stand ich im Finale mit gemischten Gefühlen. Zum einen war ich froh, dass ich so gut ankam und es bis ins Finale schaffte, zum anderen aber wurde mir bewusst, dass ich nochmal auf die Bühne musste und meine verflogene Nervosität sehr schnell zurückkommen würde.

Auf den letzten Bandauftritt des Abends folgte nun der Showdown zwischen mir und Ole. Wir beiden traten wieder mit sarkastischen Texten auf, in dem er sich über Gewinnspiele und ich mich über den Sportunterricht lustig machte. Beide Texte kamen beim Publikum sehr gut an und es war klar, dass dies eine enge Kiste werden würde. Am Ende fiel der Applaus recht knapp aus, doch schlussendlich wurde ich zum Sieger des Abends erklärt. Voller Stolz nahm ich den Hauptpreis, ein Jugend-Abo beim Pfalztheater und eine pinkfarbene Luftgitarre, von Schulleiter Herrn Roland Frölich an und konnte mich über meinen bereits zweiten Sieg bei einem Poetry-Slam freuen. Nachdem die Moderatoren sich bei den Teilnehmern und all den Menschen, die diesen Wettbewerb bereits zum dritten Mal ermöglichten, bedankten, wurde das Publikum nach Hause entlassen und ich konnte voller Überzeugung sagen: Das war ja mal gar nicht so schlecht für einen duseligen Freitagabend!

Jakob Lindon, MSS 12