Aus Kaiserslautern in Schwarzenacker angekommen, wurden wir von einer Frau im typisch römischen Gewand begrüßt. In einer etwa einstündigen Führung begleitete sie uns über die gesamte Anlage und durch das Freilichtmuseum.
Auf dem gesamten Gelände konnte man noch die Überreste der damaligen Siedlung sehen, auch einige restaurierte römische Säulen waren aufgestellt. Am interessantesten waren dabei die Überreste von dem damaligen Abwassersystem. Dieses wurde nicht in Rohren geführt, sondern in Schächten und Kanälen die mit großen Steinquadern gebaut wurden.
Danach besichtigten wir ein typisch römisches Wohnhaus. Darin war ein römischer „Kühlschrank“ zu sehen, welcher aus Sandstein gebaut war. Der Sandstein nimmt besonders nachts die Feuchtigkeit aus der Luft auf, wodurch dann ein kühles Klima im Innenraum entsteht.
In einem Ausstellungsraum waren einige Vitrinen mit ausgegrabenen Fundstücken, wie z. B. Tonkrügen und Mauerresten. Auch konnte man dort Fotos von den Ausgrabungsarbeiten sehen.
Dann ging es in eine römische Taverne (Capitolinus). Zur Erfrischung erhielten wir alle einen Becher „Posca“, ein nicht alkoholisches Getränk der Römer, bestehend aus Essigwasser. Da es uns nicht besonders gut schmeckte, machten wir uns gleich wieder weiter auf den Weg. Nun gingen wir in ein Haus von einem römischen Augenarzt. Für damalige Verhältnisse war das ein sehr vornehmes Haus. Sehr interessant war das Heizungssystem (Hypocaustum); eine Fußbodenheizung, bei welcher ein ca. 40 cm hoher Heizraum oder Heizgraben unter den Bodenplatten gelegen war. Durch einen Brennofen wurde warme Luft in diese Heizräume geblasen, wodurch sich dann der Fußboden und der Wohnraum erhitzt hatten. An einer Stelle des Heizraumes wurden sogar Knochen von einem Hund gefunden, welche heute noch zu sehen sind.
Nach der Führung gingen wir weiter in eine römische Küche, wo in der Mitte des Raumes ein Mühlstein zu sehen war und man Mehl mahlen konnte.
Wir freuten uns nun auf das Essen, denn wir durften beim römischen Kochen mithelfen.
Als Vorgeschmack bekamen wir römisches Brot mit „Moretum“ (Paste aus Käse, Knoblauch und Kräutern).
Dann kam die Vorspeise, ein Eintopf mit Fleischeinlage und Gurkensalat mit Honig-Essig Soße. Das Hauptgericht bestand aus Hackfleischbällchen mit Pinienkernen und als Nachspeise bekamen wir Datteln und „Globi“ (Mohnknödel). Mit Honigmelone beendeten wir unser Römermahl.
Zum Ende gingen wir wieder zurück zum Ausgang. Hier konnte man nochmals die Zeit nutzen und sich in dem Herrenhaus umsehen. Im Obergeschoss kann man einige Fundstücke aus den Häusern und Werkstätten der Handwerker aus der Römerzeit besichtigen. Am Fenster hat man einen sehr schönen Blick auf den Barockgarten, der sehr symmetrisch angelegt ist.
Nachdem Frau Ribeiro uns ins Gästebuch eingetragen hatte, machten wir uns wieder auf den Rückweg nach Kaiserslautern. Auch für Nicht-Lateiner ist ein Ausflug nach Schwarzenacker mit der Reise in die Römerzeit sehr zu empfehlen, da die Führung sehr vielseitig war.
08.09.2010 16:36:14
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