'Die Welt der Düfte'

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Ein Projekt zu Patrick Süskinds Roman 'Das Parfum'

Als wir uns am Donnerstag, dem 2. Oktober 08, nachmittags um 16 Uhr in der Schule trafen, waren wir alle schon ziemlich geschlaucht. Es war auch wohlgemerkt der letzte Schultag vor den Herbstferien und manche von uns hatten bereits 9 Schulstunden hinter sich gebracht. Trotzdem waren wir alle schon sehr gespannt, was uns erwarten würde, denn uns wurde ein Parfumprojekt mit selbstständiger Parfumherstellung versprochen.Das alles war schon Wochen im Voraus geplant und geschah deshalb, da wir gerade im Deutsch Leistungskurs den Roman ’Das Parfum’ von Patrick Süskind behandeln. Frau Ackermann meinte, dass dieses Projekt zum Verständnis des Buches einiges beitragen würde…

Im Chemiesaal sollte nun alles beginnen. Dort machten wir uns alle breit und blickten erschöpft, aber erwartungsvoll und neugierig nach vorne und warteten darauf, was uns die beiden Lehrer zu sagen hatten. Wir bekamen eine kurze Einführung von Herrn Thyssen zum Thema ‚Benehmen’ :D. Frau Ackermann meinte dann, dass wäre in der 11. Jahrgangsstufe nun wirklich nicht mehr nötig…(Wenn sie sich da mal nicht getäuscht hätte:p) Nun. Es ging los! Frau Ackermann las uns eine Textstelle aus dem Roman vor. Wir sollten nun Zusammenhänge zu den bevorstehenden Versuchen finden. Die ausgeteilten Blätter beinhalteten vier Versuchsteile zum Thema Duftstoffe, deren Eigenschaften und die Herstellung. Als Erstes galt es, herauszufinden, warum einfaches Duschen nur mit Wasser selten hilft. Dazu gab es einen Versuch, indem wir ein in Buttersäure getränktes Stück Papier in Wasser wuschen und es kaum anders roch als zuvor. Mit Öl ging es dann schon besser. Nun wollten wir aber auch Düfte festhalten und extrahieren. Das zweite Experiment bestand infolgedessen aus der Extraktion von Düften mit Alkohol. Frau Ackermann hatte uns dafür gefühlte 100 Orangen mitgebracht, die wir zuerst schälten und dann die Schalen im Mörser zerrieben. Je Gruppe ( zwei Leute) fünf Gramm Schalen. Trotz der geringen Menge: Schwerstarbeit.

Das alles wurde zum Schluss mit Alkohol vermischt und zu letzt filtriert. Das Filtrat war unser ‚Parfum’, das nicht mal ein cl eines Döschens füllte. Wir alle merkten, dass aus einer scheinbar großen Menge Orangenschalen nur ein kleinster Teil als Duftstoff übrig blieb. Um einen intensiveren Duft herzustellen, gab es noch eine zweite Möglichkeit, die wir ausprobieren wollten. Die Wasserdampfdestillation. Wir mussten wieder fleißig Orangenschalen zerreiben (Muskelkater vorprogrammiert -_-) Das Produkt kam in einen Erlenmeyerkolben und es wurde so viel Wasser hinzugefügt, dass die zerriebenen Schalen geradeso bedeckt waren. Den Erlenmeyerkolben wiederum stellten wir auf einen Dreifuß. Von unten würde er dann später mit einem Bunsenbrenner erhitzt werden.

Da wir nicht alles an Materialien zur Verfügung hatten, mussten wir an manchen Stellen improvisieren, doch Herr Thyssen hatte da zum Glück ein paar gute Lösungsmöglichkeiten. Das Aufregendste war die Herstellung eines gewinkelten Glasrohrs dass wir aus einem Pipettenröhrchen formten….über der Flamme des Bunsenbrenners! °.° Wir gingen zwar alle sehr scheu an die Sache heran, doch am Ende ging es in jeder Gruppe gut.

Das Destillat konnte nun während der Erhitzung durch das Röhrchen, das in ein mit Eiswasser gefülltes Gefäß führte, tropfen. Es waren auf jeden Fall Ausdauer und Geduld gefragt, denn es dauerte seeehr lange_____

Dieser Vorgang hörte sich vielleicht leicht an, doch es klappte nicht in jeder Gruppe so einwandfrei…:D Ich glaube insgesamt erlebten wir vier ‚Explosionen’, d.h. zersprungene Gläser, heißes Destillat an der Decke, auf dem Boden und auf anderen Mitschülern.

So gesehen eine ganz schön abenteuerliche Sache:)
Es gab Ärger. Aber zum Glück nahmen unsere Aufsichtslehrer Hr. Thyssen und Frau Ackermann das alles eher locker, oder wie unser einer sagt: ‚ganz gechillt’ auf. Putzen mussten wir trotzdem. Nach der ganzen Aufregung oder währenddessen bestellten Lisa – Marie und Katha schon mal ca. 20 Pizzen beim Heimservice, auf die wir uns alle natürlich schon sehr freuten. Wir hatten alle einen Bärenhunger und waren trotz ausreichendem Kaffeekonsum ziemlich geschafft. Die Pizzen kamen und der Abend hatte einen schönen, lockeren Ausklang in einer gemütlichen Runde. Es gab sogar noch ein ausgewogenes Dessert extra…ORANGEN en masse!! Da aus Zeitgründen aus dem geplanten Obstsalat nichts wurde, bekam jeder von uns - von Frau Ackermann lieb gefordert - mindestens eine zu essen. Sehr gesund! So ging der Abend langsam zu Ende, es war bereits 21 Uhr. Es war alles in allem ein lustiges, lehrreiches und sehr interessantes Projekt! Es war eine gute Erfahrung, ein kleiner Einblick in die Duft – und Parfumwelt mit der Erkenntnis, dass diese gut riechende Flüssigkeit, die wir für relativ wenig Geld aus dem Laden kaufen, harte Arbeit ist oder vielmehr war. Denn bezogen auf das Buch musste Grenouille sich diese Techniken, die wir auf einem Blatt erklärt bekamen, selbst erarbeiten und mit Menschenkraft all diese Parfums herstellen. Ich denke, dass jeder von uns nun eine veränderte Einstellung zu diesem Thema hat mit viel mehr Hintergrundwissen.

Im Namen des D Lk 1 der Jahrgangsstufen 11 möchte ich mich noch einmal recht herzlich bedanken bei Frau Ackerman und Herr Thyssen, die uns diese interessante Erfahrung ermöglicht haben und aus der Unterrichtsreihe eines literarischen Themas ein solches Projekt vorbereitet haben.

Renan Halaceli

Zu "Deutsch"

Simone Ackermann, letzte Änderung: 31.10.2008 20:14, Dokumenten-ID: 510

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