Die diesjährige Einbürgerungsfeier des Landkreises Kaiserslautern am 12.Feb.2010 wurde durch das Streichorchester des BurgGymnasiums unter der Leitung von Herrn Bendel musikalisch umrahmt. Leider wurde in dem unten wiedergegebenen Zeitungsartikel - auch zum Bedauern des Landrats - die 'Herkunftsschule' des Orchesters nicht genannt:
Die Einbürgerungsfeiern in der Kaiserslauterer Kreisverwaltung dürften künftig etwas anders ablaufen: Streichkonzert und Häppchen im großen Sitzungssaal mit anschließendem gemütlichen Beisammensein statt einfacher Urkundenübergabe. Gestern erlebten 13 frisch Eingebürgerte die Premiere. Zeit für einen kleine Bilanz - auch zum Einbürgerungstest.
„Die Menschen sollen und müssen spüren, dass sie willkommen sind. Viele leben zum Teil schon seit Jahrzehnten hier im Kreis. Das ist außerordentlich", begründete Landrat Paul Junker seine Idee von der neu gestalteten Feier. Vor seiner Amtszeit gab es im kleinen Sitzungssaal eine kurze Ansprache und eben die Urkunde. „Das soll aber keine Kritik an der Arbeit meines Vorgängers sein", beschwichtigt Junker. Die Idee zur Neugestaltung kam gut an. Einige Teilnehmer bedankten sich noch einmal extra dafür, als sie ihre Urkunde vom Landrat in Empfang nahmen.
Das Musikprogramm wird es in wechselnder Besetzung geben. Junker hat jede Schule im Kreis angeschrieben und gefragt, ob sie einmal bei einer der jährlich bis zu acht Einbürgerungsfeiern spielen wollen. Politik zum Anfassen für die Schüler, netter feierlicher Rahmen für die neuen deutschen Staatsbürger.
Die 13 „Premieren-Gäste" aus Polen, China, der Türkei, dem Iran, Brasilien, Turkmenistan, Russland, Ungarn und Marokko waren sichtlich beeindruckt vom Empfang, obwohl es für viele nur eine Formalität war, den Pass zu tauschen. „Wir haben hier viele Freunde und Verwandte und wollen gar nicht mehr zurück", sagt Janna Sultanmagadova. Die gebürtige Turkmenin lebt seit zwölf Jahren in Otterbach. Die Urkunden gab es für sie und ihre vier Kinder gestern in der Familienpackung.
Auch für Diego Rodrigues de Susa hatte die Einbürgerung nichts damit zu tun, eine Nationalität aufzugeben: „Ich wollte meinen brasilianischen Pass verlängern lassen. Aber da ich, seit ich 18 Jahre alt war, nicht mehr gewählt habe, hätte ich ihn in Brasilien verlängern müssen. Also habe ich die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt. Das hatte ich eh vor. Ich wohne ja schon seit 20 Jahren hier." Der Mehlinger kam damals mit seiner Mutter nach Deutschland.
Rodrigues de Susa musste den Einbürgerungstest nicht hinter sich bringen, um die Urkunde in Empfang zu nehmen, macht sich aber trotzdem so seine Gedanken darüber: „So wie der ist, finde ich ihn nicht gut. Ein Ausländer, der noch nicht lange hier ist, fällt glatt durch. Teilweise sind die Fragen zu regionalspezifisch und recht schwer. Aber grundsätzlich finde ich den Test gut. Er müsste halt nur moderner sein."
Auch Junker sieht die „Deutsch-Prüfung" mit gemischten Gefühlen: „Das ist halt wie bei einer Fahrprüfung. Da kann ich die Fragen und Antworten auch vorher lernen", sagt Junker. Seit der Einführung des Tests ist nur ein Teilnehmer im Kreis Kaiserslautern durchgefallen. In ganz Rheinland-Pfalz bestehen den Test 98,3 Prozent. „Wichtiger ist es, dass man sich mit den Grundwerten in unserer Verfassung beschäftigt und die anerkennt", sagt Junker.
Zum Ausklang der Feier sangen die frisch gebackenen deutschen Staatsbürger sichtlich stolz ihre neue Nationalhymne. Das gemeinsame Singen gab es bei den bisherigen Feiern auch nicht. Beim Liedtext zu spicken war übrigens erlaubt. Aber fast niemand tat es. (ccd)
09.09.2010 12:06:53
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